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Kommunikation Fussballtraining, Wie kommuniziere ich richtig beim Fussball?

Kommunikation im Fußball

Grundlagen der Kommunikation im Fußball

Ein Gastbeitrag von Daniel Fahrbach

Kommunikation ist ein bedeutsamer Teil unseres Lebens. Oder wie es der Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick ausdrückt: „Man kann nicht nicht kommunizieren.“

Davon sind selbstverständlich auch alle Mannschaftssportarten betroffen. Auch der Fußball wird immer kommunikativer. Was in den großen Stadien aufgrund der Lautstärke des Publikums kaum wahrnehmbar ist, wird bei Amateurspielen – etwa in der Regionalliga – jedem Zuschauer sehr schnell sehr deutlich: Trainer und Mannschaft kommunizieren permanent lautstark miteinander. Alle Akteure geben sich gegenseitig Hilfestellung, Anweisungen, motivieren oder kritisieren. Was auf dem Platz zu sehen und zu hören ist, ist Spiegelbild dessen, was regelmäßig im Training geschieht.

Training und Wettkampf

Wie erfolgreich im Wettkampf kommuniziert und gespielt wird, bemisst sich unter anderem an der Qualität der Kommunikation im Training. Die Kommunikation im Training nimmt also sowohl Einfluss auf die Kommunikation im Wettkampf, aber auch auf das individuelle und mannschaftstaktische Können der Akteure. Doch woran bemisst sich die Qualität der Kommunikation im Training? Wann ist sie erfolgversprechend und wann ist sie fehlgeleitet? Was ist erfolgversprechende und fehlgeleitete Kommunikation?

Ein Grundsatz aus dem Bereich des neurolinguistischen Programmierens (NLP) besagt: „Die Bedeutung von Kommunikation ergibt sich aus der Reaktion, die sie hervorruft – nicht aus der Absicht des Senders.“

Dieser Grundsatz muss jedem Trainer bewusst sein. Es geht in der Kommunikation nicht darum, was der Trainer mit dem Gesagten beabsichtigt, sondern wie das Gesagte von den Spielern aufgenommen und verarbeitet wird. Dies lässt sich an einem ganz einfachen Beispiel aus der Praxis erläutern. Die Mehrheit der Fußballtrainer hat sicherlich im Training schon häufig den Begriff „Passschärfe“ benutzt. Damit referenziert der Trainer auf die Stärke bzw. die Wucht des Passes von einem Passgeber zu einem Passnehmer. Dieser Umstand ist aber nicht jedem Spieler gleichermaßen bewusst. Ich sehe immer wieder Fragezeichen in den Gesichtern der Spieler, wenn ein Trainer fortwährend über die „Passschärfe“ philosophiert. Ob die Spieler dabei an Chili- oder Pfefferschoten denken, mag ich nicht beurteilen. Auf jeden Fall wird dabei nicht jedem Spieler gleichermaßen klar, was der Trainer vermitteln will, wenn er davon spricht, dass die Passschärfe erhöht werden muss, um lange Distanzen überwinden zu können.

Kommunikation zwischen Trainer und Spieler – Kommunikation der Spieler untereinander

Wir haben es demnach mit zwei Aspekten zu tun:
Zum einen geht es darum, dass der Trainer klar kommuniziert und damit die Inhalte (ganz gleich zu welchem Thema) verständlich vermittelt. Nur so kann überhaupt ein höherwertiger Lernprozess stattfinden, der über das durch den Sportler selbsterlernte implizite Wissen hinausgeht. Es leuchtet ein, dass ein Trainer einer U13-Mannschaft nicht mehr erklären muss, wie man einen Fuß vor den anderen stellt, um laufen zu können. Wie der Spieler jedoch auf verschiedene Art und Weise seinen Fuß nutzt, um im richtigen Moment den richtigen Pass spielen zu können, das muss der Trainer durchaus sehr klar und empfängergerecht kommunizieren.

Zum anderen muss die Mannschaft das Kommunizieren für den Wettkampf erlernen. Die Kommunikationsgrundlagen, die auf diese Weise im Training aufgebaut werden, sind von tragender Bedeutung für die zielgerichtete Kommunikation im Wettbewerb. Denn speziell im Wettbewerb sind die Spieler permanent unter Anspannung und müssen sich vollkommen auf das mitunter sehr schnelle Spiel konzentrieren. Wenn der Trainer (oder ein Spieler) während des Wettkampfes anfängt Anweisungen zur Mannschaft zu rufen, die vorher noch nie jemand gehört hat oder – noch schlimmer – die fehlerhaft zu verstehen sind, dann kann man sich leicht vorstellen, dass man dadurch kaum eine gewollte Verbesserung bewirkt.

Der Trainer als Vokabellehrer

Dieses Spannungsverhältnis zwischen Sender und Empfänger – hier Trainer und Spieler – kann nur durchbrochen werden, wenn der Trainer die Begriffe, die er verwendet, empfängergerecht erklärt. Diese Begriffserklärungen entscheiden darüber, ob die Qualität der Kommunikation hoch oder niedrig ist. Erst, wenn der Empfänger das Gesagte auch so versteht, wie es der Sender tatsächlich meint, kann sich daraus Erfolg entwickeln.
Um eine immer gleiche und konsistente Kommunikation zu gewährleisten, kann der Trainer sogar darüber nachdenken wichtige Vokabeln mitsamt einer Erklärung niederzuschreiben und eine entsprechende Liste an die Spieler zu verteilen. Der Trainer muss aber auch selber penibel darauf achten, dass er denselben Sachverhalt immer wieder auf dieselbe Weise erklärt. Ansonsten kann es zu Verwirrung in der Mannschaft kommen, die einem erfolgreichen Lernen und Spielen eher entgegenwirken.

Daniel Fahrbach ist hauptberuflich Jugendtrainer aus Leidenschaft, Inhaber der Trainer-B-Lizenz und arbeitet nebenbei als Kommunikationsmanager [eines großen Lebensmittelkonzerns]. In seiner Freizeit beschäftigt er sich seit Langem mit der sportartspezifischen Kommunikation zwischen Trainern und Athleten im Fußball.

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Foto: Adam Levine, CC BY 2.0

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